Unser Brauchtum im Jahreskreis
Fasnacht
Fasnacht - wie alles begann
Landsknechte stellten einen Umzug auf und zogen durch das Dorf.
Die erste „Bauernhochzeit“ mit einer großen Hochzeitsgesellschaft.
Am Gumpigen Donnerstag zogen die „Landsknechte“ durch den Flecken.
Wurde ein Sackrennen durch den Markt veranstaltet.
Es wurde das Theaterspiel vom „Bayerischen Hiasl“ aufgeführt und die Turnerfeuerwehr lud zu „Maskenumzügen zum Gaudium des Publikums“ ein.
Die „Damen vom Jungfernbund“ zogen maskiert durch den Ort.
„Prinz Karneval“ rief zum Umzug durch Oberdorf auf.
Der Gaudiwurm hat bereits 40 Zugnummern.
Es fand zur Gaudi eine „große Bauernhochzeit“ statt.
Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg
Die Oberdorfer stellten wieder einen Umzug auf die Beine. Voran marschierte die Stadtkapelle als verkleidete Damen.
Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg
Fand der erste Umzug nach dem 2. Weltkrieg statt.
Nach langer Pause zog wieder ein Faschingsumzug durch die Stadt.
Seit diesem Jahr findet in jährlich ein Gaudiwurm unter der Leitung des Fasnachtsvereins statt.
Es werden die ersten Sprechstellen eingerichtet.
Es sind schon 50 Zugnummern und ca. 15 000 Zuschauer.
Der kälteste Gaudiwurm, bei minus 15 Grad.
Kein Gaudiwurm wegen des Golfkrieges.
Der wärmste Gaudiwurm mit 30 Grad in der Sonne.
Der längste Gaudiwurm mit 106 Zugnummern. Er war 3,5 km lang und hatte ca. 40 000 Zuschauer und ist seit Jahren der größte Faschingszug in Schwaben.
Der Gaudiwurm wird 50 Jahre. Seit der Gründung 1966 sind die Stadtkapelle Marktoberdorf, der Motorrad Sportclub Marktoberdorf und der Trachtenverein Marktoberdorf dabei.
Zusammengestellt von Manuela Frei
2022 – Wegen Corona Pandemie abgesagt
2021 – Wegen Corona Pandemie abgesagt
Funkenfeuer
Das Funkenfeuer ist ein alter, im alemannisch-schwäbischen Raum verwurzelter Brauch. Er findet traditionell am ersten Fastensonntag statt. Der Funken markiert das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Die symbolische Verbrennung der „Funkenhexe“ steht für das Ende der kalten Jahreszeit und alles Negativen. Seit 1987 organisiert der Trachtenverein das Funkenfeuer in Marktoberdorf. Dazu werden ausgediente Christbäume gesammelt und aufgeschichtet.
Am Abend wird der Funken angezündet, es gibt selbstgebackene Funkenkiachle und eine Blasmusik spielt auf.
Binden der Palmboschen
Der Palmboschen ist ein christlicher Brauch, der an den Einzug Jesus in Jerusalem erinnert. Am Palmsonntag werden die Palmboschen in die Kirche gebracht und vom Pfarrer gesegnet. Nach der Weihe werden sie zu Hause am Kreuz, im Herrgottswinkel, im Garten oder in der Landwirtschaft aufgestellt, um Schutz und Segen zu bringen.
Seit 1990 wird im Trachtenverein dieser Brauch mit der Jugendgruppe gepflegt. Kurz vor Palmsonntag treffen sich Jung und Alt und binden gemeinsam die Palmboschen. Als Stecken dienen Elsenruten, welche bereits Wochen vorher geschnitten und bestenfalls zum Blühen gebracht werden. Dazu kommen die Palmkätzchen und immergrüne Pflanzen, wie Buchs, Thuja, Weißdas etc. Zum Schluss wird der Boschen noch mit einer Fahne geschmückt.
Maibaum
Der Maibaum in Marktoberdorf ist mehr als nur ein geschmückter Stamm – er ist Symbol für Gemeinschaftsleistung und handwerkliche Präzision. Seit 1982 prägt dieser besondere „Figurenbaum“ das Stadtbild.
1982: Aufstellung des ersten Maibaums am Deckelplatz durch die Junge Union und dem Trachtenverein „D´Wertachtaler“.
Seit 1993: Der Trachtenverein übernimmt die alleinige Organisation und Pflege des Maibaumes.
Seit 2010: Neuer repräsentativer Standort auf dem Vorplatz des Veranstaltunghauses „MODEON“.
Besonderheit: Der „Figurenbaum“
Was den Marktoberdorfer Maibaum einzigartig macht, ist seine Bestückung. Er ist in den Stadtfarben Weiß und Grün gehalten und mit detailreichen Figuren verziert:
Materialwechsel: Ursprünglich aus Holz geschnitzt, wurden die Figuren schrittweise durch plastisch getriebene, beidseitig bemalte Kupferblech-Figuren ersetzt.
2022: Erstmals glänzt der Baum mit einer kompletten Bestückung aus Kupferfiguren – ein handwerkliches Unikat. Diese besonderen Figuren wurden alle von Franz Renz entworfen und von ihm aus Kupferblech getrieben.
Die Spitze: Gekrönt wird das Werk meist vom Schutzpatron der Stadt, dem Heiligen Martin, oder einem klassischen Wetterhahn.
Auszeichnungen
Die Exemplare von 2010 und 2015 wurden bei offiziellen Prämierungen jeweils mit dem höchsten Preis ausgezeichnet.
Fronleichnam
Seit dem Jahr 2002 tragen Mitglieder des Trachtenvereins bei der Prozession an Fronleichnam die Zunftstangen aus der Stadtpfarrkirche St. Martin.
Marterl für Karl Barnsteiner
Am 19. September 1978 wurde unser aktiver Plattler Karl Barnsteiner durch einen Verkehrunfall aus unserer Mitte gerissen. Aus einer spontanen Aktion der aktiven Gruppe wurde zum Jahrestag ein Marterl errichtet, das nach der Jahresmesse an einem klaren Sonntagmorgen am 4. November 1979 die kirchliche Weihe erhielt.
Der Standort des Marterl ist die Weitfeldstraße in Ennenhofen.